Agnes / Peter Stamm

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Kommentare: 1
  • #1

    Karin und Manfred (Donnerstag, 04 Mai 2017 10:10)

    Als Krimi wäre „Agnes“ ziemlich sinnlos, weil das Ende schon im ersten Satz verraten wird. Aber dieser kurze Roman hat bei genauerem Hinsehen die doppelte Länge, weil so viel zwischen den Zeilen steckt …

    Wir haben die Übertragung des Gedichtes von Dylan Thomas (Zitat auf Seite 130) gefunden:

    Weigerung den Feuertod eines Kindes in London zu betrauern

    Niemals bevor die Menschheit machende
    Vögel Getier und Blumen
    Zeugende und all-erniedrigende Finsternis
    Mit Schweigen ansagt jüngsten Lichtes Brechen
    und die stille Stunde
    Kommt des Meers im Harnisch stürzend.

    Und ich muss wieder eingehn in die Runde
    Zionsfeste der Wasserperle
    und die Synagoge der Kornnächte
    werd ich beten lassen eines Tons Schatten
    Noch meine Salzsaat säen
    Ins kleinste Tal vom Sacktuch zu betrauern.

    Hoheit und Glühen des Kindes Todes.
    Ich werd nicht morden
    Die Menschheit seines Hingehens mit grabschwerer Wahrheit
    Noch niederlästern ihres Atemwegs Stationen
    Mit irgendwelcher
    Unschulds- und Jugendelegie.

    Tief bei den ersten Toten liegt Londons Tochter
    Gehüllt in die langen Freunde
    Die Körner jenseits des Alterns der Mutter,
    Versteckt am trauerlosen Wasser
    der eilenden Themse,
    Nach dem ersten Tod gibt es keinen mehr.
    Dylan Thomas

    Viel Spaß beim Grübeln